Marktpotenziale
Für die verschiedenen Aspekte des Themas "Ambient Assisted Living"gibt es bereits vielversprechende Marktzahlen. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Fakten, die die Marktpotenziale für AAL-Anwendungen aufzeigen:
- Es gibt in Deutschland ca. 38,2 Mio. Wohnungen mit ca. 170 Mio. Räumen (Stat. Bundesamt). Die Zahl der Single-Haushalte nimmt zu (2004 in Berlin über 50 %).
- Das IAT Gelsenkirchen sieht ein Potential von bis zu einer Million Arbeitsplätzen, wenn die Bedürfnisse und Kaufkraftpotentiale der Älteren verstärkt beachtet werden. Bei ca. einem Drittel der Älteren besteht Interesse an wohnbegleitenden Dienstleistungen (vorrangig Notruf, Pflege, Putz-/Haushaltshilfe, Mahlzeiten und Einkauf); allerdings ist eine tatsächliche Zahlungsbereitschaft für diese Dienstleistungen bei 70 % nicht vorhanden (FFG).
- Von über 65-jährigen haben 10 % kognitive Probleme, oft infolge eines Herzinfarktes. Bei über 85-jährigen benötigt die Hälfte Unterstützung im täglichen Leben.
- In Deutschland gibt es über 250.000 Parkinson-Kranke (die meisten davon sind über 50), diese führt bei 40 % der Erkrankten zur Demenz. Außerdem gibt es mehr als eine Million Alzheimer-Erkrankte; das Risiko, daran zu erkranken, verdoppelt sich ab dem 65. Lebensjahr alle 5 Jahre (nach Alzheimer Forschung Initiative e. V.).
- Die GfK hat 2004 ermittelt, dass die 30,2 Mio. Menschen der Generation 50+ über ein jährliches Nettoeinkommen von 643 Mrd. € verfügen – mehr als die 30- bis 50-Jährigen.
- Nach einer Umfrage in den USA (2000) wollen 84 % der 55 bis 64jährigen, 92 % der 65 bis 74jährigen und 95 % der über 74jährigen zu Hause bleiben.
- Ein Problemfeld ist die Adipositas (Fettleibigkeit). Laut Deutschem Ärzteblatt verursacht diese in Deutschland Kosten im Gesundheitswesen in Höhe von 25 Mrd. € (vorrangig durch die Behandlung der Folgeleiden wie Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen, orthopädische Schäden, ...). Jeder dritte Erwachsene und jedes sechste Kind sind bereits übergewichtig.
- In den USA wird geschätzt, dass 10 % der Bevölkerung Kandidaten für Gewichtsmanagement sind; weitere 10 %haben Diabetes (Technology Review Feb. 2004).
- Den weltweit größten häuslichen Pflege- und Gesundheitsmarkt repräsentieren die USA mit einem Volumen von 42 Mrd. $. Die Betreuung eines Alzheimer-Patienten im Heim kostet 64.000 $ im Jahr, zu Hause nur 20.000 $. Die Kosten für Home-Monitoring von Pflegepersonen werden mit 3-5 $ pro Tag angegeben; ein videobasiertes Monitoring kostet dagegen 35 $ pro „Besuch“. Eine Pflegekraft kann pro tag nur 15 Videobesuche machen, aber 500 Patienten telemonitoren.
- In Deutschland gibt es ca. 2 Mio. Pflegebedürftige; die Kosten haben sich in den letzten sieben Jahren auf 17,6 Mrd. € fast verdoppelt (Quelle: BMBF, 01.10.2004). Bei Einführung der Pflegeversicherung kostete ein Heimplatz 1.800 DM, heute (2006) fast 4.000 €; gleichzeitig sank der Lohn im Schnitt um 30 % auf 850 € netto; 40 % der Heime sind in privater Hand (M.Breitscheidel).
- In Deutschland verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen Kosten von jährlich 35,4 Mrd. € und Diabetes von 31,4 Mrd. € (2002).
- Nach Frost & Sullivan werden in den USA im telemedizinischen Bereich Umsatzsteigerungen von 131,2 Millionen US-$ im Jahr 2001 auf 345,2 Millionen US-$ im Jahr 2008 prognostiziert. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14,8%. Das Gesamtpotential des Marktes wird auf 20 Mrd. $ geschätzt. Der deutsche Markt für Telemedizinprodukte wird bis zum Jahr 2007 von 146 Millionen Euro auf etwa 340 Millionen Euro wachsen. In Europa wird bis 2011 ein Wachstum von durchschnittlich 42 % pro Jahr erwartet (Frost & Sullivan 2004).
- Ebenfalls Frost & Sullivan ("Medical Market Development Outlook for 2003") zufolge beläuft sich zur Zeit allein der Markt für "Herzrhythmus-Managementsysteme" auf über 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr und wächst jährlich um 10 Prozent.
