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2. Deutscher AAL-Kongress

Rückblick: Über 500 Teilnehmer beim AAL-Kongress am 27. und 28.01.2009 in Berlin

„Seit unserem ersten Kongress vor einem Jahr hat das Thema Altersgerechte Assistenzsysteme nicht an Aktualität verloren. Im Gegenteil. Nicht nur wir sind alle seitdem ein Jahr älter geworden und damit der Zielgruppe einen weiteren Schritt näher gekommen. Nein, der demografische Wandel gehört zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Lösungen aus der Gesundheitsforschung sind hier ebenso gefragt wie aus Produktion und Dienstleistungen, für die Aus- und Weiterbildung und für die Umgestaltung unserer Städte.“ Mit diesen Worten eröffnete Thomas Rachel, Mitglied des Bundestags und Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, gemeinsam mit dem VDE-Vorstandsvorsitzenden Dr. Hans Heinz Zimmer am 27. Januar den zweiten Deutschen Kongress Ambient Assisted Living.

Dass das Thema Assistenzsysteme für Senioren mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist, war beim Kongress deutlich zu spüren: Neben 500 Kongressteilnehmern aus der Fachwelt hatte der zweitägige Kongress auch über 40 Journalisten in das bcc am Alexanderplatz in Berlin gelockt. Die VDI/VDE-IT war vom Bundesforschungsministerium mit der inhaltlichen Gestaltung des Kongresses beauftragt.

Intelligente Technik unterstützt ältere Menschen in ihrem Alltagsleben und eröffnet ihnen neue Chancen, möglichst lange eigenständig zu Hause zu leben. Solche Assistenzsysteme stärken zudem den Standort Deutschland - der Nutzen reicht von Einsparpotenzialen im Gesundheits- und Pflegebereich über neue Berufsfelder bis hin zu Exportchancen von Produkten und Dienstleistungen für die älter werdende Bevölkerung weltweit.

Um neue Lösungsansätze für den Umgang mit dem demografischen Wandel zu entwickeln, stellt das BMBF für Altersgerechte Assistenzsysteme insgesamt 125 Millionen Euro für drei Jahre bereit, kündigte der Staatssekretär an. Rachel weiter: "Diese Investitionen sind gut aufgehoben. Letztlich helfen sie mit, die Lebensqualität im Alter zu erhöhen und den Menschen länger ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen."

Die Mittel sind auf verschiedene Programme des Ministeriums verteilt. 15 Mio. Euro beispielsweise fließen in das europäische Forschungsförderungsprogramm „AAL Joint Programme“. Am 29. Januar wurde in diesem Programm der zweite Call veröffentlicht. Viele AAL-Experten nutzten die Möglichkeit, sich beim Infotag der VDI/VDE-IT direkt im Anschluss an den Kongress über die Konditionen zu informieren.

Zu den Highlights des Kongresses mit seinen 24 Sessions, vier Plenarvorträgen, 33 Postern und 22 Ausstellern gehörte die Kurzpräsentation der neu bewilligten Projekte aus der BMBF-Bekanntmachung „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben“. Hier investiert das BMBF mit drei Fachprogrammen 45 Mio. Euro in 17 Projekte mit insgesamt 140 Partnern. 18 Mio. Euro kommen aus der Mikrosystemtechnik. Ziel der Förderung sind ganzheitliche Lösungen, die auf neuen Technologien, Diensten und Dienstleistungen basieren.

Dass bei AAL nicht die Technik, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht, wurde auch am ersten Kongresstag bei der Podiumsdiskussion „AAL – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ noch einmal sehr deutlich. Sechs Expertinnen und Experten diskutierten ihre Erfahrungen und Lösungsansätze aus Sicht der Anwendungspraxis beispielsweise in Sozialwerken und im Wohnungsbau sowie aus den Blickwinkeln der Finanzierung, der Technik- und der Sozialforschung und der Politik.

Während des Kongresses wurde über die Lebenswelt der Senioren aber nicht nur geredet. Am von der VDI/VDE-IT gestalteten Stand des Bundesforschungsministeriums konnten Kongressteilnehmer ausprobieren, wie sich das Alter anfühlt. Im „Age Explorer“ wurden schwere und unbewegliche Glieder, Schwerhörigkeit, verschwommene Nahsicht und schmerzende Finger auch für das jüngere Publikum praktisch begreifbar - vielleicht ein Anstoß für die eine oder andere neue Produktidee.

Weitere Inormationen finden Sie unter:
http://www.aal-kongress.de/ruckblick/ruckblick-2-aal-kongress

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