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Assistierte Pflege von morgen

Im Zentrum der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschriebenen Bekanntmachung „Assistierte Pflege von morgen - ambulante technische Unterstützung und Vernetzung von Patienten, Angehörigen und Pflegekräften" steht eine bedarfsorientierte ambulante Versorgung pflegebedürftiger Menschen auch in strukturschwachen Regionen. Dabei sollen technische Assistenzsysteme als Basis neuer Pflegeansätze eingesetzt werden. Wesentlich ist eine rasche Überführung der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in den Markt, so dass diese auch der heutigen Generation älterer Menschen zugutekommen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 12 Projekte mit einer Fördersumme von insgesamt ca. 17 Mio. Euro ausgewählt, die nun in der zweiten Stufe des Auswahlverfahrens zur Antragstellung aufgefordert sind:

  • Anwendung von akustischen und lautbasierten Erkennertechnologien zur Unterstützung pflegender Dienstleister (AALADIN)
  • Beatmungspflege@Zuhause (Bea@Home)
  • Oberkörperorthese zur Entlastung des Pflegepersonals bei körperlich belastenden Pflegeabläufen (CareJack)
  • Technische Unterstützung und Vernetzung zur Umsetzung einer integrativen ambulanten Palliativversorgung mit Förderung der individuellen Lebensqualität (Cicely)
  • Integrierte pflegerische Versorgung im ländlichen Raum durch technikgestützte Assistenz und Koordination (ComuniCare)
  • Dynamische sensorgestützte Personaleinsatz- und Tourenplanung in der ambulanten Pflege (Dynasens)
  • Intelligentes Pflegesystem für die Prävention und Behandlung von Dekubitus (INSYDE)
  • Unterstützung lokaler kooperativer Sozialmodelle im ländlichen Raum durch pflegerisch-technische Assistenzsysteme (KoopAS)
  • Ganzheitliches Konzept zur Unterstützung und Entlastung von ambulanten Pflegekräften und Angehörigen bei der Betreuung von kognitiv beeinträchtigten Senioren (NeuroCare)
  • Personalisiertes Assistenzsystem mit bedarfsoptimiertem Akteurs-Netzwerk zur häuslichen Unterstützung und automatischen Situationserkennung (PATRONUS)
  • Pflege Assistenz zur Unterstützung des Lebens in Autonomie (PAULINA)
  • Unterstützung von Pflege, diskretem Leben und sozialer Teilhabe durch MEMS-Geruchssensorik (SensOdor)

Ansprechpartner:
Axel Sigmund, Tel.: 030 31 00 78-280, axel.sigmund@vdivde-it.de


Ergebnisse der BMBF-Onlineumfrage
zum Thema „Assistierte Pflege von morgen“

Stand: Mai 2011

Ausgangslage

Die Auswirkungen des demographischen Wandel sind heute schon in der stationären und ambulanten Pflege zu spüren. Eine stetig steigende Zahl an Pflegebedürftigen steht einem sich abzeichnenden Mangel an Pflegekräften gegenüber. Die sich daraus ergebenden Herausforderungen verlangen nach neuen Lösungsansätzen. Solche Ansätze können technische Assistenzsysteme sein, die die Beteiligten in unterschiedlichen Bereichen ihrer pflegerischen Arbeit unterstützen. Assistierte Pflege adressiert nicht nur die Pflegedienstleister, sondern auch die Patienten selbst und ihre Angehörigen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Referat "Demographischer Wandel; Mensch-Technik-Kooperation" befasst sich zurzeit mit dem Forschungsthema "Assistierte Pflege von morgen". Eine wichtige Grundlage für die Ausrichtung und Ausgestaltung einer möglichen Fördermaßnahme werden die hier zusammengefassten Ergebnisse sein.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Onlineumfrage war vom 11.03. bis 01.04.2011 öffentlich zugänglich. In diesem Zeitraum nahmen 326 Personen an der Befragung teil. Die Teilnehmer kommen sowohl aus der Fachebene, als auch aus der Leitungsebene (u. a. 50 Geschäftsführer und Vorstände, 40 Pflegedienstleiter und 20 Professoren). Es ist ein hohes persönliches Interesse und eine hohe Erwartung an die Bedeutung des Themas in der Zukunft bei den Teilnehmern vorhanden. Über 50 % der Teilnehmer kommen aus einem technologischen Kontext. Die Träger der freien Wohlfahrtspflege zeigen in der Umfrage das höchste Interesse am Thema in der Branche. Mitarbeiter von KMU, MU und GU haben relativ ausgewogen teilgenommen. Besonders Personen zwischen 30 bis 50 Jahren in exponierten Positionen scheinen der Thematik aufgeschlossen zu sein. Die Teilnehmer kommen überwiegend aus den alten Bundesländern (Schwerpunkt BW, NRW, Berlin, Bayern, Hessen …).

Dem ambulanten Pflegebereich, insbesondere der häuslichen Versorgung, wird mit Abstand die höchste zukünftige Bedeutung beigemessen. Bei den Herausforderungen des Pflegebereichs werden v. a. Fachkräftemangel, Kostendruck und eine steigende Anzahl der Pflegebedürftigen genannt. Neurodegenerative Erkrankungen, wie z. B. Demenz, werden die Pflege von morgen dominieren. Assistenzsystemen wird eine breite Einsatzmöglichkeit in der Pflege attestiert, v. a. Vernetzung und Kommunikation sind von herausragender Bedeutung. Dabei werden eher Schrittinnovationen basierend auf vorhandenen Produkten bevorzugt, z. B. Notruf oder Pflegedokumentation. Bei den Schlüsseltechnologien spielen zukünftig Sensorfusion und Benutzerschnittstellen entscheidende Rollen.

Die wichtigsten Nutzer von Assistenzsystemen sind Patienten, Angehörige und Pflegepersonal. Über den Einsatz von Assistenzsystemen entscheiden aber in erster Linie Angehörige, Kranken- und Pflegeversicherung und Pflegedienstleister. Über den internationalen „Stand der Technik“ ist wenig Know-how bei den Teilnehmern vorhanden. Begleitenden Aspekten wie Aus- und Weiterbildung für technologische Themen in der Pflege, Finanzierung und Kostenübernahme sowie Know-how-Verbreitung werden eine hohe Bedeutung beigemessen.

Ergebnisse inkl. Grafiken zum Herunterladen

Hinweis zur Zitierung

Gerne können Sie die Ergebnisse und Grafiken dieser Umfrage in Vorträgen oder Veröffentlichungen nutzen. Geben Sie dann bitte folgende Quelle an: „BMBF-Onlineumfrage zur assistierten Pflege von morgen, Mai 2011, Bonn“.

Ansprechpartner

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www.vdivde-it.de

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